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Auf zu den Pinguinen

Am späten Vormittag fahren wir mit einem der vielen Gray-Line Busse raus nach Philip Island. Die Route führt zunächst nach St. Kilda, einem leicht heruntergekommenen aber gerade deswegen sehr schönen Vorort direkt am Meer. Von dort geht es entlang der Küste zur Warrook Cattle Farm. Hier leben zahlreiche große Kängurus, die vermutlich den ganzen Tag nichts anderes machen, als darauf zu warten, von irgendwelchen Touristen gefüttert zu werden.

Nach einer guten halben Stunde fahren wir weiter auf die Insel. Der nächste Halt ist das Koala Conservation Center. Auf Holzgängen kann man durch den Wald gehen und Koalas beobachten – wenn man sie findet. Es ist nämlich gar nicht so einfach, die ziemlich verschlafenen und gut getarnten Tiere in den Bäumen zu entdecken.

Der Höhepunkt des Ausfluges ist ganz klar die Pinguin Parade. Jeden Abend kurz nach Sonnenuntergang kommen tausende von Pinguinen aus dem Meer ans Land, um in den Dünen ihre Jungen zu füttern. Die Fairy-Zwergpinguine sind gut 30 cm hoch. Sie sind die einzigen Pinguine, die nur Nachts an Land gehen. Dabei lassen sie sich aber auch nicht von den vielen Touristen abschrecken. Die Zwergpinguine lieferten übrigens auch die Vorlage für Tux, das Linux-Maskottchen.

Zugegeben, die Szenerie ist ein wenig skuril: Da sitzen ca. 3.000 Menschen auf einer Tribüne direkt am Strand und starren auf das Wasser. Links und rechts von der Tribüne stehen große Flutlichtscheinwerfer und lassen den Strand taghell erscheinen. Nach einiger Zeit tauchen die ersten Pinguine aus dem Wasser auf. Erst einzelne, sammeln sich in kleinen Gruppen und beginnen dann, den Strand hinauf zu laufen, geradewegs durch die Tribünen hindurch. Und während am Strand immer mehr Tiere aus dem Meer kommen, erhebt sich zwischen den Dünen das Geschrei der vielen Pinguin-Jungen, die ihre Eltern freudig begrüßen. Vorhin, auf dem Hinweg, herrschte dort vollkommene Stille.

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