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Farbmanagement im Browser

Farbmanagement im Browser

Möchte man Bilder im Internet veröffentlichen, so hat man immer das Problem, dass man sich nicht sicher sein kann, wie das Bild auf dem Monitor des Betrachters aussieht. Zum einen spielen hier ein ganze Reihe externer Faktoren (Monitoreinstellungen, Beleuchtungssituation, …) eine Rolle, zum anderen werden die wenigstens Surfer sich ein Farbmeßgerät kaufen und ihren Monitor regelmäßig kalibrieren.

Aber selbst wenn dies der Fall sein sollte, bleibt als letztes Problem der Webbrowser. Zumindest unter Windows- und Linux-Systemen unterstützen die Browser in der Regel bislang kein Farbmanagement. Eventuell in den Bildern eingebettete Farbprofile werden häufig einfach ignoriert. Glücklicherweise geht es auch anders: Der Firefox unterstützt seit der Version 3 Farbmanagement. Sollte diese Funktion nicht eingeschaltet sei, so muss man in der Konfiguration („about:config“ in der Addresszeile eingeben) den Wert „gfx.color_management.enabled“ auf „true“ setzen (zum Ändern einfach doppelklicken) und den Browser neu starten.

Ob das Farbmanagement funktioniert, kann man in anhand der Beispielbilder dieser Seite leicht erkennen.

Die Vorschaubilder auf dieser Seite wurden alle automatisch erzeugt und enthalten keine Farbprofile. Sie müssen daher die Bilder alle anklicken, um die Originale zu sehen.

Profiltest

2004-06-23__21-38-01_000_sRGB2004-06-23__21-38-01_000_cs Rechts sind zwei Bilder zu sehen, die beide aus dem selben Photo gemacht worden sind. Das rechte Bild ist in den sRGB-Farbraum konvertiert worden. Dieser Farbraum ist 1996 als durchschnittlicher CRT-Monitor Farbraum definiert worden und eignet sich daher relativ gut für Bilder, die im Web veröffentlicht werden sollen. Selbst auf nicht-kalibierten Monitoren sollten solche Bilder relativ farbtreu aussehen. Achtung: Sie müssen die Bilder anklicken und im Original sehen.

Das linke Bild zeigt das selbe Photo, jedoch im ColorSpin Farbraum. Hierbei handelt es sich um einen Farbraum, der zwar die selben Farben umfasst wie sRGB, bei dem jedoch die Koordinaten für Rot, Grün und Blau zyklisch vertauscht sind. Das Profil stammt von Hans Jürgen Groß von DeltaE Image Consulting und kann über seine Website runterladen werden. Zugegeben, das ist sicherlich ein relativ krasses Beispiel. Aber genau deswegen eignet es sich sehr gut als schneller Test, ob der eigene Browser Farbmanagement unterstützt. Ist das der Fall, so sehen die Farben in den beiden Bilder identisch aus.

Welches Profil ist das Beste?

Weiter oben wurde bereits erwähnt, dass sich der sRGB Farbraum gut für alle im Internet veröffentlichten Bilder eignet, weil er quasi den Durchschnitt der meisten Monitore darstellt. Es sei an dieser Stelle aber erwähnt, dass auch das nur eine Krücke ist. Es gibt durchaus Röhrenmonitore oder auch Displays, die deutlich abweichende Farbräume verwenden. Solange aber die wenigsten Browser Farbmanagement unterstützen, ist sRGB sicher eine gute Wahl.

Aber eignet sich sRGB auch als Farbraum für die Aufnahme und Verarbeitung von Bildern? Klare Antwort: Ja und Nein. Die Frage ist dabei immer, was man mit den Bildern machen möchte. Werden Photos nur gemacht, um sie im Internet zu veröffentlichen, so reicht sRGB vollkommen aus. Will man jedoch Bilder auch ausdrucken oder in größerem Umfang weiter verarbeiten, so sollte man von Anfang an einen größeren Farbraum nehmen. Die Verwendung eines größeren Farbraumes als AdobeRGB macht jedoch nur Sinn, wenn man die Bilder mit einer Farbtiefe von 16bit verarbeitet, weil es sonst zu Abrissen in Farbverläufen kommen kann.

Konvertieren nicht vergessen

Wenn man nun einen Arbeitsfarbraum verwendet, der größer ist als sRGB, so sollte man natürlich beim Aufbereiten der Bilder für Webseiten das Konvertieren nach sRGB nicht vergessen. Die folgenden 4 Bilder zeigen jeweils das selbe Bild in vier verschiedenen Farbräumen.

Die oberen Bilder haben jeweils ein eingebettetes Profil. Daher sehen sie in Programmen, die Farbmanagement unterstützen, alle gleich aus. Entfernt man das Profil, so nützt natürlich auch das beste Farbmanagement nichts mehr. Daher hier die selben Bilder nochmal ohne Profil.

Profilvergleich

ProfilVergleich Die Graphik rechts zeigt einen Vergleich der vier verwendeten Farbräume. In der Darstellung zeigt der farbige Bereich die vom menschlichen Auge wahrnehmbaren Farben (CIE-Normvalenzsystem). Die eingezeichneten Dreiecke legen fest, welche Farben in dem jeweiligen Farbraum darstellbar sind. Der kleine Kreis in der Mitte definiert den Weißpunkt. Die Darstellung ist stark vereinfacht denn in Wirklichkeit sind Farbräume dreidimensional.

Wie man an der Graphik sieht, die AdobeRGB und sRGB relativ ähnlich. Lediglich die grüne Ecke liegt weiter draußen und ermöglicht so vor allem intensivere Grün- und Blautöne. Die beiden unteren Farbräume sind dagegen erheblich größer und bieten daher in allen drei Grundfarben deutlich gesättigtere Farben. Aus diesem Grund wirken die Bilder oben ohne Farbmanagement auch so flau.