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Auf der Dingle Halbinsel

Die letzten Tage habe ich auf der Dingle Halbinsel (Corca Dhuibhne) verbracht. Der Hauptort Dingle (An Daingean) ist ein kleines Hafenstädtchen mit einem leicht heruntergekommenen Fischerhafen, dafür aber vielen gemütlichen Pubs, in denen man hervorragenden Essen kann

Der Hafen ist einer der wichtigsten Fischereihäfen an der Westküste, außerdem wird hier jedes Jahr das „Dingle Food and Wine Festival“ veranstaltet.

Von Dingle aus führt eine Straße über den Connor Pass (An Chonair) auf die Nordseite der Halbinsel. Der Pass ist der höchste Bergpass Irlands und bietet einen schönen Blick auf die Brandon Bay im Norden.

Auf dem Rückweg nach Dingle fiel mir ein markanter Felsen nahe der Küste auf. Nach einiger Recherche und ein bischen Suchen habe ich auch einen Weg zu einem Strand gefunden, von dem aus man den Felsen (An Searrach) gut sehen und photographieren kann. Nachdem ich bereits tagsüber dort war, bin ich zum Sonnenuntergang nochmal rausgefahren und habe ein paar Nachtaufnahmen gemacht. Kurz nachdem die Sonne weg war entstand eine geradezu mystische Szene.

Die zweite Station auf Dingle war Dunquin (Dún Chaoin), der westlichste, heute noch bewohnte Ort in Irland. Vor der Küste liegen die Blasket Islands (Na Blascaodaí). Diese über mehrere Jahrhunderte bewohnten Inseln wurden vor allem durch einige Autobiographien ihrer Bewohner bekannt, den „Blasket Biographies“, so zum Beispiel „The Islandsman“ von Thomas O’Crohan oder „Twenty Years A-Growing“ von Maurice O’Sullivan.

1953 wurde die letzte Insel (Great Blasket, An Bhlascaod Mhór) auf Druck der Regierung evakuiert, da in ihren Augen die Lebensbedingungen der Menschen dort primitiv, ja zum Teil sogar menschenunwürdig waren.

In Dunquin wurde 1970 der Film Ryans Tochter gedreht, der Ende des 19. Jahrhunderts spielt. Für den Film wurde eigens ein altes Schulhaus erbaut, das seit dem aber verlassen ist und langsam verfällt. Heute steht nur noch eine Ruine mitten auf einer Wiese. Heute Abend bin ich nach Sonnenuntergang zu dem Haus gelaufen und habe, mit Blitzlicht und Taschenlampe bewaffnet, ein paar Nachtaufnahmen gemacht.

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