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Peyto Lake und Lake Louise

Wir brechen relativ früh in Saskatchewan Crossing auf. Das erste Ziel des Tages ist bereits nach wenigen Kilometern erreicht: Der Mistaya Canyon. Vom Parkplatz aus führt ein kurzer Fußweg zum Fluss, der hier durch einen schmalen Canyon rauscht und dabei zahlreiche runde „pot holes“ im Felsen geschaffen hat.

Mit einem kurzen Zwischenstopp an den Waterfowl Lakes fahren wir weiter und erreichen gegen Mittag den ersten Höhepunkt des Tages, den Peyto Lake. Der See gehört eindeutig zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Kanadas. Das dazu führt dazu, dass hier eigentlich zu jeder Zeit gleich mehrere hundert Touristen rumlaufen und man schon Schlange stehen muss, um einen Blick auf den See zu erhaschen. Der lohnt sich aber auf jeden Fall.

Der See wird vom Schmelzwasser des Peyto Gletschers gespeist, das viele feine Gesteinspartikel mit sich führt. Diese verleihen dem See seine charakteristische türkise Farbe. Wenn die Sonne rauskommt, scheint der See geradezu zu leuchten, ein unvergesslicher Anblick.

Vom Peyto Lake aus fahren wir direkt weiter zum Lake Louise mit seinem berühmten Hotel Château Lake Louise. Leider wird das Hotel zur Zeit renoviert und ist größtenteils hinter Gerüsten und Planen verborgen. Ähnlich wie der Peyto Lake wird auch der Lake Louise von abfließenden Gletscherwasser gespeist und hat ebenfalls türkises Wasser.

Obwohl sich der Himmel ein wenig zuzieht, machen wir eine Wanderung entlang des Nordufers des Sees. Am oberen Ende des Sees im Bereich des Zuflusses läuft mir ein Murmeltier über den Weg. Da es keinerlei Scheu zeigt, kann ich ein paar nette Photos machen, bevor das Tier nach zehn Minuten wieder im Unterholz verschwindet.

Nach etwa zwei Stunden sind wir wieder zurück am Auto und fahren weiter. Über den Kicking Horse Pass verlassen wir den Banff National Park und erreichen den Yoho National Park, der bereits wieder in British Columbia liegt. Leider wird das Wetter langsam schlechter.

Der Himmel hat sich vollkommen zugezogen und es regnet leicht, als wir am Spiral Tunnels Viewpoint ankommen. Durch das Tal des Kicking Horse Rivers führt eine der wichtigsten Eisenbahnrouten Kanadas, der Canadian Pacific Railway. Da hier jedoch die Strecke ein extrem großes Gefälle hat, wurden vor rund hundert Jahren zwei Kehrtunnel gebaut. Die Strecke macht dabei jeweils eine 270° Kurve. Vom Spiral Tunnels Viewpoint aus kann man einen der beiden Tunnel gut überblicken. Und auch, wenn wir kein Glück mit dem Wetter haben, haben wir wenigstens Glück mit den Zügen. Kurz nachdem wir am Viewpoint ankommen, fährt gerade ein Zug in den unteren Eingang. Nach einigen Minuten kommen die drei Lokomotiven aus dem oberen Ausgang wieder heraus, während der Rest des Zuges immer noch durch den unteren Eingang rollt.

Wir fahren weiter nach Field, dem Zentrum des Yoho National Parks, wo wir heute übernachten. Im Zeitalter der Dampfloks war Field ein wichtiger Posten der Eisenbahn, da die Züge hier mit zusätzlichen Loks ausgestattet wurden, um den Anstieg über den Kicking Horse Pass zu bewältigen. Heutzutage ist der beschauliche Ort Sitz der Nationalpark-Verwaltung.

So ganz allmählich neigt sich unser Urlaub dem Ende entgegen. Übermorgen müssen wir wieder in Vancouver ankommen. Für Morgen stehen noch zwei Nationalparks auf dem Programm: Glacier NP. und Mount Revelstoke.

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