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Von See zu See

Heute steht vor allem Entspannen auf dem Programm. Wir fahren in den Litchfield National Park, südwestlich von Darwin. Fährt man die Route über Batchelor, so kommt man kurz hinter dem Ort an einem größeren Feld von Termitenbauten vorbei.

Es handelt sich um Bauten der so genannten Magnetic Termites. Diese sind nicht so groß wie die der Cathedral Termites, dafür aber nicht weniger interessant. Die Bauten sind relativ schmal, mit zwei glatten Seiten, und stehen ziemlich genau in Nord-Süd-Richtung, was den Termiten auch ihren Namen eingebracht hat.

Der Grund für diese Bauweise ist das Klima mit Temperaturen von über 35 Grad am Tag und oft unter 10 Grad in der Nacht. Morgens und Abends, wenn die Sonne tiefer steht und weniger Kraft hat, strahlt sie auf die Seitenflächen und erwärmt das Innere des Baus. Mittags aber, wenn die Sonne am höchsten steht, ist die beleuchtete Fläche minimal und der Bau wird nur sehr wenig erwärmt. Auf diese Weise schaffen es die Termiten, im Innern eine fast konstante Temperatur zu halten. Interessant ist, dass die Termiten durchaus in der Lage sind, auch örtliche Gegebenheiten wie zum Beispiel vorherrschende Windrichtungen zu beachten. Manche der Bauten weichen bis zu 10 Grad von der Nord-Süd-Richtung ab. Dies betrifft aber nur das Äußere des Baus, die Gänge im Innern bleiben trotzdem streng nach Norden ausgerichtet. Dabei orientieren sich die Termiten am Magnetfeld der Erde.

Am Rand des Feldes, direkt neben dem Parkplatz, stehen auch ein paar mächtige Bauten der Cathedral Termites. Von den Termitenbauten aus geht es als nächstes zu den Tolmer Falls. Der See und der Wasserfall selbst sind jedoch nicht zugänglich, da dort eine geschützte Fledermausart lebt, die nirgendwo sonst auf der Erde vorkommt. Man kann nur am Rand des Plateaus der Table Top Ranges entlang gehen und einen Blick in die Tiefe werfen. Von dort bietet sich übrigens auch ein schöner Blick über die Monsunwälder des Parks.

Die erste Gelegenheit zum Schwimmen haben wir bei den Wangi Falls. Man kann dort sogar ein Stück weit entlang des Wasserfalls hochklettern und in kleineren aber tiefen Becken baden. Da die Felsen ziemlich glatt und glitschig sind, muss man natürlich ziemlich aufpassen. Oberhalb des Wasserfalls auf dem Table Top Plateau, bietet sich einem ein vollkommen anderes Bild als unten. Die Landschaft ist sehr viel felsiger, der Fluss fließt gemächlich durch ein sehr flaches Bett. Verbrannte Baumstämme deuten auf einen kürzlichen Waldbrand hin.

Von den Wangi Falls aus fahren wir als nächstes zu den Florence Falls. Es ist schon später Vormittag und daher sind hier deutlich mehr Touristen am See. Der Litchfield National Park ist auch bei den Einwohnern von Darwin ein beliebtes Naherholungsgebiet.

Die letzte Station im Park sind die Buley Rockholes, einer Kaskade aus vielen kleinen Wasserfällen, in denen man wunderbar relaxen kann. Eine sehr angenehme Art, den Urlaub ausklingen zu lassen. Trotzdem müssen wir die Rockholes irgendwann verlassen und uns auf den Rückweg nach Darwin machen. Wir beeilen uns, damit wir es noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang am Mindl Beach schaffen.

Als wir anschließend wieder an der Jugendherberge ankommen, gehen wir als erstes zum „Possum Tree“. Wir waren schon vor ein paar Tagen dort, aber damals waren die Tiere nicht zu sehen. Heute sind sie deutlich aktiver. Der Possum Tree steht mitten in der Stadt an der Mitchell Street. Auf dem Baum wohnen zahlreiche Bushtail Possums. Tagsüber verstecken sie sich in den oberen Bereichen des Baumes, aber am Abend kommen sie herunter und lassen sich von den Passanten füttern.

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