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Von Gorges und Wallabies

Gestern ging es zurück nach Alice Springs. Heute nun treffen wir uns gegen 10 Uhr mit Katja und Suzanne, um zunächst einmal ein Auto zu mieten. Damit geht es anschließend über den Namatjira Drive nach Westen. Erster Halt ist die Glen Helen Gorge, etwa 133 km von Alice Springs entfernt. Die Gorge ist eine eindrucksvolle Schlucht mit einem tiefen Wasserloch. Nach dem Glauben der Aborigines sind aus kalten Tiefen der Gorge die ersten gestaltlosen Wesen der Traumzeit gestiegen.

Die Glen Helen Gorge wurde vom Finke River geschaffen, der als einer der älteste noch existierenden Flussläufe der Erde gilt. Auch wenn das nicht einfach zu beweisen ist, steht doch fest, dass er sehr alt ist. Die obersten noch erhaltenen Gesteinsschichten entlang seines Flusslaufes sind 400 Millionen Jahre alt. Dieses erfurchtgebietende Alter hält uns jedoch nicht davon ab, hier baden zu gehen.

Nach einiger Zeit setzen wir die Tour weiter fort und fahren zur Ormiston Gorge. Hier bietet sich uns ein grandioser Anblick. Dunkelrot leuchten die Felsen, dazu die Eukalyptus Bäume mit ihren pastellfarbenen Blättern und den fast weißen Stämmen. Der helle Sand des ausgetrockneten Flussbettes und über allem ein strahlend blauer Himmel.

Wir laufen zunächst den Ghost Gum Walk entlang des Hangs. Der Weg bekam seinen Namen nach einem Eukalyptus Baum, der einsam auf einem der Felsvorsprünge steht. Vom Weg aus hat man einen wunderschönen Ausblick auf das Tal und die gegenüberliegenden Felsen.

Nach ca. einer halben Stunde kommen wir am oberen Ende der Schlucht an. Hier finden sich einzelne Wasserflächen, die noch nicht vollständig ausgetrocknet sind. Lange bleiben wir hier und genießen die Ruhe der Schlucht. Ich schätze, die Ormiston Gorge ist der Ort der Reise, der mich am meisten bewegt und beeindruckt hat.

Wir bleiben insgesamt rund drei Stunden bevor wir uns auf zum nächsten und letzten Punkt der Tour aufmachen: der Simpson Gap. In vielen Reiseführern wird sie als ausgesprochen sehenswert beschrieben. Aber nach der Ormiston Gorge ist es eher enttäuschend, und so machen wir uns nach relativ kurzer Zeit wieder auf den Rückweg nach Alice Springs.

Trotz allem sind diese Wasserlöcher und Gorges faszinierend. Sie sind wie kleine Oasen des Lebens und der Ruhe, mit einer beeindruckenden Artenvielfalt, die sich hier entwickelt hat. An vielen Stellen bieten sich zum Beispiel Gelegenheiten, Bergkängurus (Wallabis) zu beobachten.

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