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Uluru & Kata Tjuta

Kurz vor fünf aufstehen. Eine knappe Stunde später sind wir bereits auf dem Weg, um den Sonnenaufgang am Rock zu sehen. Da der Himmel leicht bedeckt ist, und deswegen die Sonne erst relativ spät direkt auf den Berg scheinen wird, beschließen wir, wieder zum Sunset Viewpoint zu fahren und nicht zum Sunrise Viewpoint. Anders als gestern Abend sind wir diesmal vollkommen alleine auf dem Parkplatz.

Als die Sonne hoch genug steht, fahren wir weiter bis zum Berg und setzen den Basewalk fort. Heute ist wieder strahlende Sonne und blauer Himmel und der Berg wirkt vollkommen anders als gestern. Er leuchtet in kräftigem Rostbraun und die Bäume mit ihrem pastellfarbenen Grün bilden einen starken Kontrast dazu.

Schaut man sich die Bäume einmal genauer an, so fällt auf, dass viele von ihnen im unteren Bereich verbrannt sind. Auch alles höhere Buschwerk ist an diesen Stellen verbrannt. Der Grund dafür ist das traditionelle „Fireworking“ der Aborigines. Seit Jahrtausenden brennen die Aborigines immer wieder kontrolliert kleinere Gebiete ab. Das frische Gras, das dann dort wächst, zieht das Wild an und erleichtert die Jagd. Das Feuer selbst ist relativ kühl, weswegen die Bäume davon nur oberflächlich betroffen sind. Im Laufe der Zeit haben sich einige Baumarten sogar darauf eingestellt, in dem sie im unteren Stammbereich eine kräftigere Rinde gebildet haben. Archäologische Untersuchungen zeigen, dass diese Tradition der Aborigines einen massiven Einfluss auf die Natur in Australien hatte (siehe Der Mensch brachte den Tod).

Am späten Vormittag verlassen wir den Uluru und fahren zum Mount Olga, auch Kata Tjuta („viele Köpfe“) genannt. Die Formation besteht aus 36 Gesteinskuppeln. Die höchste von ihnen erhebt sich 546 m über die Ebene und ist damit deutlich höher als der Ayers Rock. Ursprünglich waren die Kuppeln vermutlich ebenfalls ein einziges großes Felsmassiv. Da die Schichten hier jedoch anders liegen und außerdem aus Konglometaren bestehen, sind sie im Laufe der Zeit stärker erodiert. Das führt dazu, dass man nicht nur außen herum laufen, sondern auch zwischen den Kuppeln wandern kann. Je nach Windrichtung ist es zwischen den Kuppeln teilweise sehr geschützt und entsprechend heiß. Man sollte also auf jeden Fall genug Wasser dabei haben.

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